Typisches Bild des beibehaltenen infantilen Schluckens
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| Abb. 3: Die Zunge
liegt vorne zwischen den Zahnreihen |
- Der Mund ist offen
- Die Zunge liegt vorne zwischen den Zahnreihen (Abb.
3)
- Die Zähne sind zur Einleitung des Schluckens
nicht zusammengebissen.
Folge
- Durch die ständige Einlagerung der Zunge
frontal offener bis zirkulärer offener Biss.
- Die Zahnreihen stützen sich dabei nur auf
den Mahlzähnen ab.
- Die Zunge verlagert Zähne, wirkt also wie
ein falsches kieferorthopädisches Gerät.
Wie kann man das
erklären?
- Man schluckt in 24 Stunden bis zu 3000-mal. Die
Zunge übt dabei jeweils eine Kraft von 1-2
kp aus.
- Das ergibt 3 – 6 Tonnen ungünstige Krafteinwirkung
täglich auf das Zahnsystem.
- So ist auch zu verstehen, dass die Zunge den Erfolg
einer kieferorthopädischen Therapie be–
und sogar verhindern kann
Bei der myofunktionellen
Therapie geht es darum hauptsächlich um die
Zunge.
- Nun gilt noch allemal der Satz: Vorbeugen
ist BESSER als Heilen!

Die optimale Nahrungsaufnahme für
das Baby erfolgt durch das Stillen.
Für die Entwicklung
des Kiefers ist das Stillen entscheidend.
- Die Zungen-, Lippen- und Gesichtsmuskulatur wird
trainiert, was später für das richtige
Sprechen wichtig ist
- Die Entwicklung von Gaumen, Gebiss und Gesicht wird
positiv beeinflusst.
- Die richtige Zungenruhelage wird gefördert,
und damit wird das richtige Schlucken
angebahnt.
Natürlich sind gestillte
Kinder nicht gefeit, eine Schluckstörung
zu entwickeln. Die Mütter sollten jedenfalls
nicht auf die vorbeugende Maßnahme
des Stillens verzichten. Bei Schwierigkeiten
können Hebammen,
Stillgruppen, die La Leche Liga und viele andere
helfen.

Sechs Monate sollte
mindestens gestillt werden. Nach sechs Monaten
sollte die Nahrungsaufnahme mit Löffel und
Tasse (keine Schnabelhäferl) erfolgen.
Kann nicht gestillt
werden, darf das Loch im Schnuller nur so groß
sein, dass die Flüssigkeit im Sekundentakt
tropft. (Abb. 5)
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| Abb. 5a: Lippenschild mit großem
Durchmesser |
Abb. 5b: Lippenschild mit kleinem
Durchmesser |
Ab dem 6. Monat feste
Nahrung mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen
- nicht nur Süßes anbieten.
Wenn Ihr Kind eine
Tendenz zum Daumenlutschen zeigt, soll ihm ein
Schnuller angewöhnt werden.
Die Zunge wird sonst durch den Gaumen
nach unten auf den Mundboden gedrängt
und das Kind gewöhnt sich das Schlucken in
dieser Position an. Außerdem entsteht der
lutschoffene Biss (Abb. 6).
Statistisch gesehen brauchen ca 70
% der Kinder "irgend was", um ihr natürliches
Saugbedürfnis zu befriedigen. Daumen, Finger
etc. sind hier "gefährlich", weil
sehr schwer abzugewöhnen.
Der Schnuller sollte
nach 2 - 3 Jahren abgewöhnt werden. Man kann
beispielsweise auf einer schönen Wiese ein
Loch graben und ihn einsetzen und gießen
und auf den Schnullerbaum warten.
Von Kieferorthopäde Dr. Pick
(www.pickmed.com)
wurde ein spezieller Schnuller zur Vermeidung von
Kiefer- und Zahnfehlstellungen entwickelt (Abb.
5c):
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| Abb. 5c: Schnuller nach
Dr. Pick |

Welche Zahnfehlstellungen
gibt es auf Grund myofunktioneller Probleme?
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| Abb. 6: Lutschoffener Biss |
Wie schon erwähnt,
kann die Einlagerung der Zunge den "Offenen
Biss" verursachen (Abb.
6).
Natürlich hat die gestörte Zungenfunktion
auch Auswirkungen auf die Lautbildung.
- Die Hälfte aller Kinder mit falschem Schlucken
hat auch Artikulationsstörungen..
- Besonders die "S" und "Sch"-Lautbildung
ist neben anderen gestört.
Und weil wir schon einmal
dabei sind, können wir auch feststellen:
- Die gesamte Haltung ist ungünstig.
- Der Nacken ist nicht gestreckt, der Kopf liegt im
Nacken.
- Der Rücken ist im Sitzen rund.
- Die Körperhaltung wirkt schlapp, die Gesichtsmuskeln
scheinen schlaff.
- Der Mund ist meist offen, statt Nasenatmung liegt
Mundatmung vor.
Ein
Lippenhabit (Lippenbeißen),
also eine schlechte Gewohnheit der Lippe, wo die
Oberkieferzähne auf der Unterlippe liegen,
kann zu einer sehr großen Stufe - manchmal
mehr als 10 mm führen.
Bei einem Sturz aufs Gesicht
schlägt man dann meist auf die vorderen zwei
Oberkieferzähne auf, mit unterschiedlich schweren
Verletzungen - von Zahnbruch bis Zahnverlust durch
Ausschlagen.
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| Abb. 7a: Beispiel
einer Fehlstellungen bei Rücklage des Unterkiefers |
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| Abb. 7b: Drückt
die Unterlippe auf die Oberkieferfront, kann es
zu einer Fehlstellung führen |
Dies sind nur
einige charakteristische Beispiele, die uns zeigen
wie sich falsche Muskelfunktionen auf die Anatomie
auswirken können (Abb.7a, 7b).
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