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Wissen
Kieferentwicklung und Stillen |
Für
die Entwicklung des Kiefers (Kauorgan) ist das Stillen
entscheidend.
Die Funktion des
Organs bei der Nahrungsaufnahme ist eher eine „melkende“
als eine "saugende". Die „Melk“-Funktion
besteht aus weitausholendem Vorschub, kräftigem
Schließen, zügigem Rückholen
und Schlucken.
Die Richtung dieser
Bewegung entspricht der Peristaltik des Verdauungstraktes
(Darmbewegung). Dabei werden die beteiligten Muskeln
trainiert.
Wer glaubt, dass das
Stillen selbstverständlich ist, hat sich getäuscht.
Industrielle Interessen (Nahrungsmittelkonzerne)
haben das Stillen „unmodern“ erscheinen
lassen. Es musste quasi durch engagierte Frauen
wieder entdeckt werden.
Natürlich sind
gestillte Kinder nicht gefeit, eine Schluckstörung
zu entwickeln. Die Mütter sollten jedenfalls
nicht auf die vorbeugende Maßnahme des
Stillens verzichten. Bei Schwierigkeiten können
Hebammen, Stillgruppen, die La Leche Liga und
viele andere helfen.

Positive
Auswirkungen des Stillens
| aktiviert die Zunge |
aktiviert die Lippen |
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↓ |
↓ |
↓ |
| fein abgestimmte schnelle
Zungenbewegungen |
kraftvolles gaumengerichtetes
Ansaugen der Zunge |
gute Spannung für den
Lippenschluss |
Muskelspannungen im Gesicht
gut |
| ↓ |
↓ |
↓ |
↓ |
| bessere Artikulation |
korrektes Schlucken |
Nasenatmung |
günstige Auswirkungen
auf die Gesichtskonturen |
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↓ |
↓ |
↓ |
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günstige Auswirkungen
auf die Zahn- und Kieferstellung sowie Gaumenentwicklung |
weniger Erkältungen |
günstige Auswirkungen
auf den Gesamtkörpertonus |
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↓ |
↓ |
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gutes Hören |
bessere Zwerchfell- und Atemfunktion |
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↓ |
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gute Haltung |
| ↓ |
| Ruhelage der Zunge
leicht |
| ↓ |
| korrektes Schlucken |
| ↓ |
| günstige
Auswirkungen auf die Zahn- und Kieferstellung
sowie die Gaumenentwicklung |
| ↓ |
| gute Mimik |
| ↓ |
| positive Reaktionen
der Kommunikationspartner |

Stilltechniken, die funktionieren
Von
Kittie Frantz, Leiterin der Stillklinik der University
of Southern California in Los Angeles, USA
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| Abb. 1 - Stilltechniken,
die funktionieren |
(Abb. 1)
Die Milch wird in den Milchbläschen (Alveolen)
produziert, die im Inneren der Brust wie Weintrauben
angeordnet sind. Jede „Traube“ ist
eine kleine Milchfabrik. Beim Saugen des Kindes
fließt
die Milch aus der Traube (Milchbläschen) in
die Ästchen (Milchgänge) und sammelt
sich in den Milchseen unter dem Warzenhof (Areola)
hinter der Brustwarze. Während des Saugens
drücken
die Zahnleisten des Babys sanft auf den Warzenhof.
Dadurch spritzt die Milch nach vorn zur Brustwarze
hin. Wir wollen vermeiden, dass die Zahnleisten
des Babys ausschließlich auf die Brustwarze
drücken, denn das würde weh tun und
das Baby bekäme weniger Milch. |
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| Abb. 2 - Stilltechniken,
die funktionieren |
(Abb. 2)Wenn das Baby die Brust gut im
Mund hat, dann drückt es mit den Zahnleisten
(siehe Pfeile) auf den Warzenhof (im Bild schraffiert)
hinter der Brustwarze. Die Brustwarze und der
Warzenhof sind so gedehnt, dass sie bis nach hinten
in den Mund hineinreichen. Durch das Zusammendrücken
der Zahnleisten wird die Milch zur Brustwarze
hinaus gepresst. Der hintere Teil der Zunge drückt
die Brustwarze gegen den Gaumen, um die Milch
noch weiter herauszustreifen. Der vordere Teil
der Zunge schiebt sich nach vorn über die
untere Zahnleiste zu den Lippen, umfasst den Warzenhof
und massiert mit einer wellenartigen Bewegung
mehr Milch aus den Milchseen heraus. Die Brust
wird dadurch im Mund gehalten und so gedehnt,
dass sie weit bis in den hinteren Mundbereich
hinein gelangt. Die Lippen drücken leicht
auf die Brust, um sie festzuhalten. Beachten Sie,
dass die Brustwarze in dieser Position nicht von
den Zahnleisten verletzt werden kann.
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| Abb. 3 - Stilltechniken,
die funktionieren |
(Abb. 3)Das Baby macht völlig andere
Mundbewegungen, wenn es an der Flasche saugt.
Es braucht mit den Zahnleisten den Sauger nicht
zusammen zu drücken, weil die Milch aus den
großen
Sauglöchern heraus fließt. Durch die
Schwerkraft der senkrecht gehaltenen Flasche und
den Saugdruck in den Backen des Babys wird das
Fließen
der Milch noch verstärkt. Es kann den steifen
Flaschensauger mit dem hinteren Teil seiner Zunge
nicht aufwärts drücken wie bei der Brustwarze.
Die Zunge braucht die Milch nicht heraus zu massieren,
sondern presst meist nach oben zum Gaumen. Die
Lippen sind locker und werden zum Halten der
Flasche nicht benötigt, denn die Flasche
wird dem Baby im Mund gehalten. Zwei verschiedene
Arten des Saugens zu lernen ist verwirrend. Das
Baby bevorzugt möglicherweise
allmählich die Flasche, weil es sich weniger
anzustrengen braucht. Wenn das Baby Bekanntschaft
mit dem Flaschensauger macht, kann das zur Folge
haben, dass es die Brust verweigert.
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| Abb. 4 - Stilltechniken,
die funktionieren |
(Abb. 4) Wenn das Baby die Flasche bekommen
hat, dann versucht es oft, an der Brust ebenso
zu saugen wie an der Flasche. Es sucht vielleicht
mit der Zunge nach dem vorgeformten Flaschensauger
und stößt dabei versehentlich die Brustwarze
aus dem Mund. Das ist sehr verwirrend für
das Baby. Doch werde ich Ihnen zeigen, wie Sie
Baby und Brust richtig halten können, damit
das Baby dasTrinken an der Brust lernt.
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| Abb. 5 - Stilltechniken,
die funktionieren |
(Abb. 5) Nehmen Sie das Baby so in Ihre
Arme, dass es auf der Seite liegt. Mit seinem
Gesicht, seiner Brust, seinem Bauch und seinen
Knien sollte es sich Ihnen ganz zuwenden. Sein
Kopf sollte in Ihrer Armbeuge sein und der Arm
um Ihre Taille liegen. Mit der Hand, mit der Sie
das Baby halten, sollten Sie seinen Po oder seine
Oberschenkel anfassen. Sie werden sehen, in dieser
Haltung ist der Mund des Babys ganz nahe an der
Brustwarze, so dass Ihr Baby Ihre Brustwarze leicht
finden kann.
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| Abb. 6 - Stilltechniken,
die funktionieren |
(Abb. 6) Mit der freien Hand, halten Sie
Ihre Brust so, dass Sie mit den Fingern den Warzenhof
nicht berühren, damit das Baby genügend
vom Warzenhof erfassen kann. Heben Sie Ihre Brust
mit den Fingern unterhalb und dem Daumen oberhalb
der Brust. Es ist wirklich am besten, wenn nur
der Daumen oben liegt, denn dadurch kann die
Brust für
das Baby besser gestützt werden, und die Finger
kommen nicht in die Nähe des Warzenhofs.
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| Abb. 7 - Stilltechniken,
die funktionieren |
(Abb. 7) Mit Ihrer Brustwarze „kitzeln“
Sie ganz sanft seine Unterlippe. Die Brustwarze
sollte die Lippe des Babys kaum berühren,
sie auf keinen Fall drücken, sonst erkennt
das Baby den Reiz nicht und macht den Mund nicht
auf. Haben Sie Geduld und kitzeln Sie längere
Zeit, dann öffnet es den Mund.
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| Abb. 8 - Stilltechniken,
die funktionieren |
(Abb. 8) Nachdem Sie einige Sekunden oder
Minuten lang seine Lippe sanft berührt haben,
macht das Baby den Mund weit auf. Warten Sie
lange genug ab und kitzeln Sie weiter, bis das
Baby den Mund wirklich sehr weit öffnet, ähnlich
wie beim Gähnen. Wenn Sie das Baby zu früh
zu sich hinziehen, gelangt es mit seinen Zahnleisten
nicht hinter die Brustwarze, um dort Druck auszuüben.
Wenn das Baby mit weit offenem Mund schreit,
ist es nicht unbedingt bereit zum Saugen.
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| Abb. 9 - Stilltechniken,
die funktionieren |
(Abb. 9) Die Brustwarze schnell in die
Mitte vom Mund des Babys halten und das Baby ganz
nahe zu sich heran ziehen, so dass es mit seiner
Nasenspitze Ihre Brust berührt. Achten Sie
darauf, dass Sie seinen Po so nahe zu sich heranziehen,
dass es mit seinen Knien Ihren Körper berührt.
Dadurch bekommt es seitlich durch die Nase Luft,
ganz gleich, wie nahe es an Ihrem Körper
ist.
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| Abb. 10 - Stilltechniken,
die funktionieren |
(Abb. 10) Wenn Sie den Eindruck haben,
dass die Nase des Babys nicht frei ist, dann ziehen
Sie seinen Po noch näher zu sich heran, oder
heben Sie mit der Hand die Brust etwas hoch. Versuchen
Sie nicht, durch Druck mit dem Daumen auf die
Brust Atemraum zu schaffen, denn dadurch könnten
Sie die Brustwarze herausziehen.
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