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Wissen
Zahnhygiene bei der kieferorthopädischen
Behandlung |
Warum die Zahnpflege bei
der kieferorthopädischen Behandlung besonders
wichtig ist
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| Abb.1
: Beispiel einer herausnehmbaren Zahnspange
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Zahnspangen haben
eine wichtige Aufgabe: sie sollen falsch stehende
Zähne in ihre richtige, normale Stellung
bewegen. Eine kieferorthopädische Behandlung
wird häufig
mit einem herausnehmbaren Gerät (wie in
Abb. 1) begonnen.
Diese Geräte bestehen aus Drähten und
Schrauben, die von einem Kunststoffkörper
gehalten werden. Solche Zahnspangen kann man
selbst in den Mund setzen und wieder herausnehmen.
Eine festsitzende
Apparatur (wie in Abb. 2) besteht aus
Bändern,
die an den Zähnen befestigt werden. Daneben
gibt es Halteteile, die unmittelbar auf die Zähne
geklebt werden. Diese Befestigungen werden auch
Brackets genannt (Abb. 3).
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| Abb.2
: Beispiel einer festsitzenden Zahnspange |
Sie sind mit Bändern
oder Röhrchen über einen Bogen miteinander
verbunden. Da ein derartiger Drahtbogen Kräfte
erzeugt, können Zähne in ihre richtige
Stellung bewegt werden. Eine kieferorthopädische
Behandlung mit festsitzenden Geräten dauert
in der Regel 2 – 3 Jahre. Am Ende der Behandlung
freuen sich alle Patienten, dass sie ihren „Drahtverhau“
loswerden und die Zähne so stehen, wie es vom
Zahnarzt geplant war.

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| Abb.3
: Bracket, stark vergrößert |
Die Freude kann aber
getrübt sein, wenn nämlich während
der Behandlung kleine Löcher entstanden sind,
vor allem auf den vorderen Zähnen, unmittelbar
auf den Befestigungsflächen. Oft sieht man
auch nur weiße Flecken, aus denen sich sehr
schnell Karies bilden kann.
Eines ist klar, Flecken
und kleine Löcher kommen nicht von ungefähr.
Ihre Ursache sind Beläge auf den Zähnen.
Diese Beläge bestehen aus Millionen von Bakterien,
die besonders gerne zuckerhaltige Stoffe aus unserer
Nahrung aufnehmen und die dichte Netze miteinander
bilden.
Normalerweise sieht
man die Zahnbeläge sehr schlecht, doch man
kann sie fühlen. Streicht man mit der Zunge
über die Zähne bevor man sie putzt, hat
man ein pelziges Gefühl.
Man kann diese Beläge
mit einem Farbstoff sichtbar machen. Dazu kaut
man eine Färbetablette und spült den
Mund kräftig mit Wasser aus. Deutlich sieht
man dann im Spiegel den rot eingefärbten
Zahnbelag. Ist der Belag blau gefärbt, so
bedeutet dies, dass er schon 2 – 4 Tage alt
ist. Diese, auch Plaque genannten Beläge verursachen
mit der Zeit Karies und Erkrankungen des Zahnfleisches,
bis die Zähne schließlich verloren
gehen.
Daher sollten alle
– Jung wie Alt – versuchen, täglich
den gesamten Schmutz von den Zähnen zu bürsten
und nicht so häufig Süßigkeiten
zu naschen. Dies ist allerdings leichter gesagt
als getan
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| Abb.4
: Zahnbeläge bilden sich auch auf
dem Kunststoff der herausnehmbaren Spange
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Viele Leute
putzen sich die Zähne und bekommen trotzdem
Karies. Dies liegt daran, dass sie ihre Zähne
falsch putzen.
Zahnbeläge
bilden sich auch auf dem Kunststoff der
herausnehmbaren Spange (Abb. 4).
Bei festen Zahnspangen bildet sich Zahnbelag
besonders schnell und dick an allen verwinkelten
Metallteilen, an den Bändern und rund
um die Brackets.
Beim Putzen
kommt es daher nicht darauf an, das Metall
blank zu putzen, sondern die Zahnflächen
zu reinigen. |
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| Abb.5a
: Zahnbürste mit kurzem Kopf und geraden
Bürsten |
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| Abb.5b: Spezieller
Aufsatz für eletrische Zahnbürste
für die Zahnpflege während der kieferorthopädischen
Behandlung |
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Abb.6: Von Zahnbürsten
mit
V-förmigen Bürsten wird abgeraten |
Einige Werkzeuge helfen
uns dabei:
Grundwerkzeug Zahnbürste
Am besten verwendet
man eine normale Zahnbürste mit kurzem Kopf,
damit man überall gut hinkommt. Außerdem
muss der Bürstenkopf gerade sein und abgerundete
Kunststoffborsten haben, die das Zahnfleisch
schonen
(Abb. 5a, 5b).
Bei Zahnbürsten
mit großem Borstenkopf kann man die Zahnflächen
im hinteren Bereich schlecht erreichen. Zahnbürsten
mit V-förmigen, nicht abgerundeten Borsten
verletzen das Zahnfleisch und entfernen Zahnbeläge
schlecht (Abb. 6). Bei Naturborsten
können
sich beim Zähneputzen Bakterien ansiedeln,
daher sind auch sie ungeeignet. |

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Das
zweite Werkzeug ist die:
Zahnseide
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| Abb.7: Beispiel
- Verwendung der "Superfloss"-Zahnseide |
Um die Zähne
auch dort zu reinigen, wo die Zahnbürste nicht
hinkommt, das sind die Zahnzwischenräume,
verwendet man Zahnseide. Welche Zahnseide Sie benutzen
ist egal. Sowohl mit gewachster oder ungewachster
Zahnseide, als auch mit dem breiten Zahnreinigungsband
kann man die Beläge gleich gut entfernen.
Da es aber nicht
ganz leicht ist, normale Zahnseide unter einem
Bogen einzufädeln, gibt es dafür eine
besondere Zahnseide, genannt „Superfloss“,
die einen verstärkten Anfang zum Einfädeln
hat. Außerdem besitzt sie einen flauschigen
Teil, mit dem man die Zahnbeläge noch etwas
besser entfernen kann (Abb. 7).
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| Abb.8: Zahnzwischenraumbürste |
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Das Hilfsmittel Nr.
3 ist die:
Zahnzwischenraumbürste
Die Zahnzwischenraumbürste
ist besonders gut geeignet, die Zahnflächen
um die Brackets herum zu säubern. (Abb.
8)
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Handhabung
der Reinigung bei herausnehmbaren Zahnspangen
Herausnehmbare Spangen
werden täglich mit Zahnbürste und Zahnpaste
gründlich von allen Seiten geschrubbt und anschließend
unter fließendem Wasser abgespült.
Sollten sich auf dem
Kunststoff ganz feste Beläge bilden, so kann
die Zahnspange nur noch im Ultraschallbad beim Zahnarzt
gereinigt werden.
Die Zähne selbst
werden wie immer geputzt, nämlich mit Zahnbürste
und Zahnseide. Es kommt darauf an, alle Zähne
und deren Flächen mit der Zahnbürste zu
reinigen.
Am besten ist es,
wenn man die Zahnbürste etwas zum Zahnfleisch
hin kippt und sie an Ort und Stelle hin und her
bewegt und das Zahn für Zahn.
Die Innenflächen
der Zähne sind besonders schwer zu reinigen.
Am Unterkiefer ist die Zunge im Weg, an beiden Kiefern
die Vorderzähne.
Um keinen Zahn und
keine Zahnflächen zu vergessen, gewöhnt
man sich am besten an gewisse Regeln, z.B. zuerst
die Außenflächen von hinten nach vorne,
dann die Innenflächen und zum Schluss die
Kauflächen
putzen.
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| Abb.9: Beispiel
- Verwendung der Zahnseide |
Die Zahnzwischenräume
erreicht man nur mit der Zahnseide. Man nimmt
sich dazu einen ungefähr 30 – 40 cm
langen Faden (oder Superfloss).Im Zahnzwischenraum
wird die Zahnseide sowohl an der linken als auch
an der rechten Zahnseitenfläche auf und ab
geführt,
um alle Beläge zu entfernen (Abb. 9).
Wichtig ist es, dass
Zahnseide regelmäßig und täglich
angewendet wird.
Mittlerweile gibt
es elektrische Zahnbürsten, die durch besondere
Bewegungen die Zahnreinigung wesentlich vereinfachen.
Zahnarzt und Kieferorthopäde beraten gerne
über Vor- und Nachteile dieser elektrischen
Zahnbürsten.

Handhabung der Reinigung
bei festsitzenden Zahnspangen
Bei festsitzenden
Spangen ist die Zahnreinigung weitaus schwieriger!
Einfaches Darüberschrubben
hilft hier nichts, denn der Schmutz sitzt auf
den Zahnoberflächen um das Metall herum.
Also ist es besonders wichtig, die Zahnflächen
oberhalb und unterhalb des Metallbogens gesondert
zu reinigen. Dabei wird die Zahnbürste für
die Zahnflächen,
die unterhalb des Bogens im Bereich des Zahnfleisches
liegen, in Richtung Bogen gekippt und umgekehrt.
(Abb. 10)
Natürlich darf
man, wie bei der ganz normalen Zahnreinigung, nicht
die Innen- und Kauflächen vergessen. Um keine
Zahnflächen zu vergessen, sollte man sich an
Regeln gewöhnen, z.B. zuerst Außenflächen,
dann Innenflächen, zum Schluss Kauflächen
putzen.
Um die Zahnzwischenräume
sauber zu bekommen, benutzt man am besten die Zahnseide
Super-Floss, da sie leicht zum Einfädeln ist.
Wichtig ist, dass Super-Floss oder eine andere Zahnseide
regelmäßig, jeden Tag, in jedem Zahnzwischenraum
angewendet wird.
Die Zahnflächen
um die aufgeklebten Halteteile herum sind besonders
gut mit einer Zahnzwischenraumbürste zu reinigen
(Abb. 11).
Dazu muss man die
Bürste einmal vom Zahnfleisch zur Zahnkrone
hin einführen und die Zahnflächen reinigen
und dann umgekehrt von der Zahnkrone zum Zahnfleisch.
Nur so kann die versteckt unter dem Bogen liegende
Oberfläche eines Zahnes vollständig von
Bakterien und Speiseresten befreit werden.
Ein so gründliches
Zähneputzen kann anfänglich ziemlich
lange dauern. Man muss aber die Zeit aufbringen,
wenn man seine Zähne vor Zerstörung
schützen
will.
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Ernährung
Um die Gesundheit
der Zähne und des Zahnfleisches zu erhalten,
ist die auch die richtige Ernährung wichtig.
Sie sollte von allen Nahrungsstoffen etwas enthalten
- frisches Obst, frisches Gemüse und möglichst
wenig Zucker. Leider sind in vielen Nahrungsmitteln
Zucker versteckt (z.B. Cornflakes, Müsli-Joghurts,
Ketchup, Cola...).
Wer eine festsitzende
Spange trägt, sollte besonders vorsichtig beim
Abbeißen sein, damit sich die aufgeklebten
Halteteile nicht lockern.
Fluoride
Neben Zahnreinigung
und Ernährung sind Fluoride die dritte große
Säule der Kariesvorbeugung. Fluoride dringen
in den Zahnschmelz ein und härten ihn.
Dadurch machen sie die Zähne gegenüber
der Säure,
die von den Bakterien erzeugt wird und die den
Schmelz oberflächlich auflöst, unempfindlicher.
Gerade während
einer kieferorthopädischen Behandlung mit
festsitzenden Spangen wird zusätzlich zu
einer fluoridhaltigen Zahnpaste ein anderes fluoridhaltiges
Präparat
notwendig, z.B. eine Spüllösung. Diese
Spüllösung enthält Fluoride in
geringer Stärke und sollte daher täglich
nach dem Zähneputzen für eine Minute
hin und her bewegt werden. Oder einmal wöchentlich
mit einem fluoridhaltigen Zahn-Gel zusätzlich
putzen.
Manchmal reicht alles
nicht aus, um Karies und Zahnfleischerkrankungen
zu verhindern. Hat der Zahnarzt durch den Speicheltest
festgestellt, dass sich besonders viele karieserzeugende
Bakterien im Mund und auf den Zähnen
befinden, so wird ein Medikament, das diese Bakterien
beseitigt, vom Zahnarzt verschrieben. Die Medikamente,
die dies gut können, enthalten als Wirkstoff
das sogenannte Chlorhexidin, und werden als Spüllösung
oder in Gel-Form angewendet.
Das Ziel ist ein kariesfreies Gebiss und ein gesundes Zahnfleisch. |

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