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 Dr. Erwin Achter - Dr. Maria Theresia Rieger, Zahnärzte Partnerschaft Tel +43 1/ 405 15 20 | Fax +43 1/ 405 15 08 | Email: 

 

 

 

Wissen

Zahnhygiene bei der kieferorthopädischen Behandlung

 
Themen auf dieser Seite:
Warum die Zahnpflege bei der kieferorthopädischen Behandlung besonders wichtig ist
Grundwerkzeug: Zahnbürste
Zahnseide
Zahnzwischenraumbürste
Handhabung der Reinigung bei herausnehmbaren Zahnspangen
Handhabung der Reinigung bei festsitzenden Zahnspangen
Ernährung
Fluoride

Warum die Zahnpflege bei der kieferorthopädischen Behandlung besonders wichtig ist

Abb.1 : Beispiel einer herausnehmbaren Zahnspange
Abb.1 : Beispiel einer herausnehmbaren Zahnspange

Zahnspangen haben eine wichtige Aufgabe: sie sollen falsch stehende Zähne in ihre richtige, normale Stellung bewegen. Eine kieferorthopädische Behandlung wird häufig mit einem herausnehmbaren Gerät (wie in Abb. 1) begonnen. Diese Geräte bestehen aus Drähten und Schrauben, die von einem Kunststoffkörper gehalten werden. Solche Zahnspangen kann man selbst in den Mund setzen und wieder herausnehmen.

Eine festsitzende Apparatur (wie in Abb. 2) besteht aus Bändern, die an den Zähnen befestigt werden. Daneben gibt es Halteteile, die unmittelbar auf die Zähne geklebt werden. Diese Befestigungen werden auch Brackets genannt (Abb. 3).

Abb.2 : Beispiel einer festsitzenden Zahnspange
Abb.2 : Beispiel einer festsitzenden Zahnspange

Sie sind mit Bändern oder Röhrchen über einen Bogen miteinander verbunden. Da ein derartiger Drahtbogen Kräfte erzeugt, können Zähne in ihre richtige Stellung bewegt werden. Eine kieferorthopädische Behandlung mit festsitzenden Geräten dauert in der Regel 2 – 3 Jahre. Am Ende der Behandlung freuen sich alle Patienten, dass sie ihren „Drahtverhau“ loswerden und die Zähne so stehen, wie es vom Zahnarzt geplant war.

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Abb.3 : Bracket, stark vergrößert
Abb.3 : Bracket, stark vergrößert

Die Freude kann aber getrübt sein, wenn nämlich während der Behandlung kleine Löcher entstanden sind, vor allem auf den vorderen Zähnen, unmittelbar auf den Befestigungsflächen. Oft sieht man auch nur weiße Flecken, aus denen sich sehr schnell Karies bilden kann.

Eines ist klar, Flecken und kleine Löcher kommen nicht von ungefähr. Ihre Ursache sind Beläge auf den Zähnen. Diese Beläge bestehen aus Millionen von Bakterien, die besonders gerne zuckerhaltige Stoffe aus unserer Nahrung aufnehmen und die dichte Netze miteinander bilden.

Normalerweise sieht man die Zahnbeläge sehr schlecht, doch man kann sie fühlen. Streicht man mit der Zunge über die Zähne bevor man sie putzt, hat man ein pelziges Gefühl.

Man kann diese Beläge mit einem Farbstoff sichtbar machen. Dazu kaut man eine Färbetablette und spült den Mund kräftig mit Wasser aus. Deutlich sieht man dann im Spiegel den rot eingefärbten Zahnbelag. Ist der Belag blau gefärbt, so bedeutet dies, dass er schon 2 – 4 Tage alt ist. Diese, auch Plaque genannten Beläge verursachen mit der Zeit Karies und Erkrankungen des Zahnfleisches, bis die Zähne schließlich verloren gehen.

Daher sollten alle – Jung wie Alt – versuchen, täglich den gesamten Schmutz von den Zähnen zu bürsten und nicht so häufig Süßigkeiten zu naschen. Dies ist allerdings leichter gesagt als getan

Abb.4 : Zahnbeläge bilden sich auch auf dem Kunststoff der herausnehmbaren Spange
Abb.4 : Zahnbeläge bilden sich auch auf dem Kunststoff der herausnehmbaren Spange

Viele Leute putzen sich die Zähne und bekommen trotzdem Karies. Dies liegt daran, dass sie ihre Zähne falsch putzen.

Zahnbeläge bilden sich auch auf dem Kunststoff der herausnehmbaren Spange (Abb. 4). Bei festen Zahnspangen bildet sich Zahnbelag besonders schnell und dick an allen verwinkelten Metallteilen, an den Bändern und rund um die Brackets.

Beim Putzen kommt es daher nicht darauf an, das Metall blank zu putzen, sondern die Zahnflächen zu reinigen.

Abb.5a : Zahnbürste mit kurzem Kopf und geraden Bürsten
Abb.5a : Zahnbürste mit kurzem Kopf und geraden Bürsten
Abb.5b: Spezieller Aufsatz für eletrische Zahnbürste für die Zahnpflege während der kieferorthopädischen Behandlung
Abb.5b: Spezieller Aufsatz für eletrische Zahnbürste für die Zahnpflege während der kieferorthopädischen Behandlung
Abb.6: Von Zahnbürsten mit
Abb.6: Von Zahnbürsten mit
V-förmigen Bürsten wird abgeraten

Einige Werkzeuge helfen uns dabei:

Grundwerkzeug Zahnbürste

Am besten verwendet man eine normale Zahnbürste mit kurzem Kopf, damit man überall gut hinkommt. Außerdem muss der Bürstenkopf gerade sein und abgerundete Kunststoffborsten haben, die das Zahnfleisch schonen (Abb. 5a, 5b).

 

Bei Zahnbürsten mit großem Borstenkopf kann man die Zahnflächen im hinteren Bereich schlecht erreichen. Zahnbürsten mit V-förmigen, nicht abgerundeten Borsten verletzen das Zahnfleisch und entfernen Zahnbeläge schlecht (Abb. 6). Bei Naturborsten können sich beim Zähneputzen Bakterien ansiedeln, daher sind auch sie ungeeignet.

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Das zweite Werkzeug ist die:

Zahnseide

Abb.7: Beispiel - Verwendung der "Superfloss"-Zahnseide
Abb.7: Beispiel - Verwendung der "Superfloss"-Zahnseide

Um die Zähne auch dort zu reinigen, wo die Zahnbürste nicht hinkommt, das sind die Zahnzwischenräume, verwendet man Zahnseide. Welche Zahnseide Sie benutzen ist egal. Sowohl mit gewachster oder ungewachster Zahnseide, als auch mit dem breiten Zahnreinigungsband kann man die Beläge gleich gut entfernen.

Da es aber nicht ganz leicht ist, normale Zahnseide unter einem Bogen einzufädeln, gibt es dafür eine besondere Zahnseide, genannt „Superfloss“, die einen verstärkten Anfang zum Einfädeln hat. Außerdem besitzt sie einen flauschigen Teil, mit dem man die Zahnbeläge noch etwas besser entfernen kann (Abb. 7).

 

 

Abb.8: Zahnzwischenraumbürste  
Abb.8: Zahnzwischenraumbürste  

Das Hilfsmittel Nr. 3 ist die:

Zahnzwischenraumbürste

Die Zahnzwischenraumbürste ist besonders gut geeignet, die Zahnflächen um die Brackets herum zu säubern. (Abb. 8)

 

 

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Handhabung der Reinigung bei herausnehmbaren Zahnspangen

Herausnehmbare Spangen werden täglich mit Zahnbürste und Zahnpaste gründlich von allen Seiten geschrubbt und anschließend unter fließendem Wasser abgespült.

Sollten sich auf dem Kunststoff ganz feste Beläge bilden, so kann die Zahnspange nur noch im Ultraschallbad beim Zahnarzt gereinigt werden.

Die Zähne selbst werden wie immer geputzt, nämlich mit Zahnbürste und Zahnseide. Es kommt darauf an, alle Zähne und deren Flächen mit der Zahnbürste zu reinigen.

Am besten ist es, wenn man die Zahnbürste etwas zum Zahnfleisch hin kippt und sie an Ort und Stelle hin und her bewegt und das Zahn für Zahn.

Die Innenflächen der Zähne sind besonders schwer zu reinigen. Am Unterkiefer ist die Zunge im Weg, an beiden Kiefern die Vorderzähne.

Um keinen Zahn und keine Zahnflächen zu vergessen, gewöhnt man sich am besten an gewisse Regeln, z.B. zuerst die Außenflächen von hinten nach vorne, dann die Innenflächen und zum Schluss die Kauflächen putzen.

Abb.9: Beispiel - Verwendung der Zahnseide
Abb.9: Beispiel - Verwendung der Zahnseide

Die Zahnzwischenräume erreicht man nur mit der Zahnseide. Man nimmt sich dazu einen ungefähr 30 – 40 cm langen Faden (oder Superfloss).Im Zahnzwischenraum wird die Zahnseide sowohl an der linken als auch an der rechten Zahnseitenfläche auf und ab geführt, um alle Beläge zu entfernen (Abb. 9).

Wichtig ist es, dass Zahnseide regelmäßig und täglich angewendet wird.

Mittlerweile gibt es elektrische Zahnbürsten, die durch besondere Bewegungen die Zahnreinigung wesentlich vereinfachen. Zahnarzt und Kieferorthopäde beraten gerne über Vor- und Nachteile dieser elektrischen Zahnbürsten.

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Handhabung der Reinigung bei festsitzenden Zahnspangen

Abb 10. Es ist besonders wichtig, die Zahnflächen oberhalb und unterhalb des Metallbogens gesonderte zu reinigen.

Abb 10. Es ist besonders wichtig, die Zahnflächen oberhalb und unterhalb des Metallbogens gesonderte zu reinigen.
Abb 10. Es ist besonders wichtig, die Zahnflächen oberhalb und unterhalb des Metallbogens gesondert zu reinigen.
Abb 11. Die Zahnflächen um die aufgeklebten Halteteile herum, sind besonders gut mit einer Zahnzwischenraumbürste zu reinigen
Abb 11. Die Zahnflächen um die aufgeklebten Halteteile herum, sind besonders gut mit einer Zahnzwischenraumbürste zu reinigen

Bei festsitzenden Spangen ist die Zahnreinigung weitaus schwieriger!

Einfaches Darüberschrubben hilft hier nichts, denn der Schmutz sitzt auf den Zahnoberflächen um das Metall herum. Also ist es besonders wichtig, die Zahnflächen oberhalb und unterhalb des Metallbogens gesondert zu reinigen. Dabei wird die Zahnbürste für die Zahnflächen, die unterhalb des Bogens im Bereich des Zahnfleisches liegen, in Richtung Bogen gekippt und umgekehrt. (Abb. 10)

Natürlich darf man, wie bei der ganz normalen Zahnreinigung, nicht die Innen- und Kauflächen vergessen. Um keine Zahnflächen zu vergessen, sollte man sich an Regeln gewöhnen, z.B. zuerst Außenflächen, dann Innenflächen, zum Schluss Kauflächen putzen.

Um die Zahnzwischenräume sauber zu bekommen, benutzt man am besten die Zahnseide Super-Floss, da sie leicht zum Einfädeln ist. Wichtig ist, dass Super-Floss oder eine andere Zahnseide regelmäßig, jeden Tag, in jedem Zahnzwischenraum angewendet wird.

Die Zahnflächen um die aufgeklebten Halteteile herum sind besonders gut mit einer Zahnzwischenraumbürste zu reinigen (Abb. 11).

Dazu muss man die Bürste einmal vom Zahnfleisch zur Zahnkrone hin einführen und die Zahnflächen reinigen und dann umgekehrt von der Zahnkrone zum Zahnfleisch. Nur so kann die versteckt unter dem Bogen liegende Oberfläche eines Zahnes vollständig von Bakterien und Speiseresten befreit werden.

Ein so gründliches Zähneputzen kann anfänglich ziemlich lange dauern. Man muss aber die Zeit aufbringen, wenn man seine Zähne vor Zerstörung schützen will.

 

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Ernährung

Um die Gesundheit der Zähne und des Zahnfleisches zu erhalten, ist die auch die richtige Ernährung wichtig. Sie sollte von allen Nahrungsstoffen etwas enthalten - frisches Obst, frisches Gemüse und möglichst wenig Zucker. Leider sind in vielen Nahrungsmitteln Zucker versteckt (z.B. Cornflakes, Müsli-Joghurts, Ketchup, Cola...).

Wer eine festsitzende Spange trägt, sollte besonders vorsichtig beim Abbeißen sein, damit sich die aufgeklebten Halteteile nicht lockern.

Fluoride

Neben Zahnreinigung und Ernährung sind Fluoride die dritte große Säule der Kariesvorbeugung. Fluoride dringen in den Zahnschmelz ein und härten ihn. Dadurch machen sie die Zähne gegenüber der Säure, die von den Bakterien erzeugt wird und die den Schmelz oberflächlich auflöst, unempfindlicher.

Gerade während einer kieferorthopädischen Behandlung mit festsitzenden Spangen wird zusätzlich zu einer fluoridhaltigen Zahnpaste ein anderes fluoridhaltiges Präparat notwendig, z.B. eine Spüllösung. Diese Spüllösung enthält Fluoride in geringer Stärke und sollte daher täglich nach dem Zähneputzen für eine Minute hin und her bewegt werden. Oder einmal wöchentlich mit einem fluoridhaltigen Zahn-Gel zusätzlich putzen.

Manchmal reicht alles nicht aus, um Karies und Zahnfleischerkrankungen zu verhindern. Hat der Zahnarzt durch den Speicheltest festgestellt, dass sich besonders viele karieserzeugende Bakterien im Mund und auf den Zähnen befinden, so wird ein Medikament, das diese Bakterien beseitigt, vom Zahnarzt verschrieben. Die Medikamente, die dies gut können, enthalten als Wirkstoff das sogenannte Chlorhexidin, und werden als Spüllösung oder in Gel-Form angewendet.

Das Ziel ist ein kariesfreies Gebiss und ein gesundes Zahnfleisch.

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